Zur Wintersonnenwende - VisioTerra
17 Dezember 2018

Zur Wintersonnenwende

​Wintersonnenwende - ​Die "Mitternacht des Jahres"

Wintersonnenwende

Am 21. Dezember feiern wir die Wintersonnenwende. Es ist die längste Nacht des Jahres. „Dort, wo es am Dunkelsten ist, ist das Licht am nächsten.“ Es ist wie ein kurzer Moment des Innehaltens, bevor es sich "wendet".

Die Geisterstunde des Jahres

Du kannst dir auch vorstellen, dass die Sonnenwende die Mitternacht des Jahreskreises ist. Und die Stunde nach Mitternacht gilt als Geisterstunde.

So fängt gemäss verschiedenen Überlieferungen die mystische Zeit der Rauhnächte bereits mit der  Mitternacht im Jahreskreis an. Die Türen zur Anderswelt stehen offen. In anderen Traditionen beginnen die Rauhnächte an Weihnachten. Die Sage berichtet von der Wilden Jagd, die über das Land hinwegfegt, sobald die Rauhnächte begonnen haben. Sie prüft, ob die Menschen Ordnung halten und die jetzt gebotene Ruhe achten. Entsprechend wird belohnt oder bestraft.

Regional ist es die Holle/Percht, welche die Seelen Verstorbener auf ihrer Reise in die andere Welt begleitet. So ist sie ein Teil des Kreislaufes des Lebens. Sie wird geachtet und gleichzeitig gefürchtet.

„Es gibt viele Berichte von Menschen, die die Wilde Jagd beschreiben. Meist rast sie im Sturm mit den tiefen Wolkenzügen dahin. Dann hört man nur ihr Tosen. Doch mitunter wird sie auch in einzelnen Details geschaut: wiehernde Rosse, bellende Hunde, knallende Peitschen, in Hörner blasende Reiter … Vor allem in der Dämmerung sehen Menschen während der Rauhnächte aber auch grausige Wesen durch ihre Häuser ziehen, leidend, jammernd und bettelnd. Man wir sie, so heisst es dann, am besten wieder los, wenn man keine Angst zeigt, sie zum Gehen auffordert und ihnen ein paar Kupfermünzen mitgibt.“ *

Die zwei Gesichter der Frau Holle:

​Die Rauhnächte haben also eine weibliche Seite: Das Gesicht der Göttin. Aber genau genommen sind es zwei Gesichter: das schöne und das schreckliche. Bei Perchentumzügen, gibt es entsprechend die „Schönperchten“ oder „Schiechperchten“.

Neues entsteht in der Dunkelheit

Im Dunkeln vermuten die Menschen seit jeher das Unkontrollierte, Beängstigende, Wilde. Aber in der Dunkelheit des Mutterschosses wächst auch das, was letztlich geboren wird:

  • Neues Leben entsteht aus der Dunkelheit (Schwangerschaft, Pflanze keimen im Dunkeln)….
  • Im Wilden, im Schatten, im Verdrängten liegt gleichzeitig das Potenzial, die Kraft, die alles Neue möglich macht.

So können wir auch die dunkle Zeit im Jahr begreifen als die Zeit, in der für uns bereits etwas Neues beginnt. Die Wandlung geschieht im Dunklen und bleibt ein Mysterium.


Ein paar Anregungen für diese Zeit

Die Symbolik aufgreifend, kannst du folgende Fragen für dich beantworten:

  • Was ist dein "schönes" Gesicht? (Wo bist du sanft, nährend? Was förderst du?)
  • Was ist dein "schreckliches" Gesicht? (Wo kannst du auch einmal wütend und kraftvoll auftreten? Wo willst du Grenzen setzen?)
  • Wie gehören die beiden Seiten zusammen?

Zu den Rauhnächten

Als „Zeit zwischen den Jahren“ haben sie eine besondere Bedeutung. Du dir jeden Tag bewusst etwas Zeit für dich selbst nehmen. Nutze diese, um inne zu halten, zu reflektieren oder dir selbst etwas Gutes zu tun. Komme aus deiner Routine heraus und hinterfrage diese auch einmal.

Und natürlich sind die Rauhnächte auch eine besonders wichtige Zeit, um für das kommende Jahr das Orakel zu befragen. Hier noch ein paar Anregtungen für die Gestaltung der Rauhnächte.

Vor Beginn der Rauhnächte:

  • Ordnung schaffen, putzen und waschen
  • Geliehenes zurück bringen

Während der Rauhnächte

  • Alle Räder stehen still – nur das Schicksalsrad dreht sich. Das heisst: Die Arbeit ruht in dieser Zeit
  • Haus ausräuchern (vielleicht auch das Auto?):
    • Weisser Salbei für Reinigung und Schutz
    • Wacholder für Schutz gegen böse Geister
    • Weihrauch und Myrrhe: Symbole des wiedergeborenen Lichtes
    • Koriander: Reinigung und Entspannung, balanciert die inneren Kräfte aus
    • Kiefernharz: für neue Energie und gute Stimmung, Schutz vor negativen Energien
    • Zeder: erleichtert die Öffnung zu himmlischen Sphären
    • Beifuss: ermutigend und kräftigend, auch zur Reinigung
  • Wünsche für das neue Jahr
    • 13 Wünsche auf Zettel schreiben, jeden Abend einen draussen verbrennen und „abschicken“,
    • welcher zum Schluss übrig bleibt, verdient besondere Beachtung. Um diesen musst du dich selber kümmern, damit er sich erfüllt.


Quellen und Zusatzinformationen:
* „Vom Zauber der Rauhnächte“, Vera Griebert-Schröder, Franziska Muri, Verlag Irisiana 2012, ISBN-13: 978-3424151732

Zu den Perchtenläufen

Wikipedia Wilde Jagd

Artikel über die Rauhnächte hier im Blog

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