Verlust und Veränderung

Umgang mit ungewollten Veränderungen

Der «Wind of Change» weht nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Manchmal bläst er uns direkt ins Gesicht: Plötzlich bricht etwas weg, auf das du dich verlassen hast; du wirst gezwungen, neue Perspektiven zu suchen … Wie kannst du damit umgehen, Mut und neue Wege finden?

Veränderungen haben immer eine gewisse Ambivalenz: Einerseits gibt es den «frischen Wind», andererseits fühlen wir uns unsicher, weil wir Vertrautes loslassen und uns auf etwas Ungewisses einlassen (müssen).

Wenn du den Wandel selbst gesucht hast, überwiegt sicher die Freude: Du bist voller Elan und Neugier auf das, was da entstehen mag. Aber oft genug kommt eine Veränderung eben auch von aussen. Dann ist die erste Reaktion oftmals Erstarrung 

Reaktionen auf einen Veränderungsschock

Bleibe nicht im "Loch der Enttäuschung" stecken 

Ich bin mir ganz sicher, dass dir das auch schon passiert ist: Du hast dir etwas vorgenommen- z.B. einen Konzertbesuch. Du hast dich darauf gefreut – und plötzlich kommt etwas dazwischen. Dann bist du natürlich enttäuscht. Du bist traurig und vielleicht wütend.

Oftmals braucht es eine Zeit, bis die Emotionen  (Süden im Medizinrad) abebben und wieder Platz ist für andere Wahrnehmungen. Gib deiner Enttäuschung den nötigen Raum. Dann findest du am ehesten wieder heraus.

Vielleicht reflektierst du und findest bei allem Ärger doch etwas Gutes am Ganzen. Oder du entwickelst eine Alternative ... Es macht natürlich einen Unterschied, ob es eher eine kleinere Enttäuschung ist oder etwas wirklich Gravierendes. 

Was tun, wenn etwas ganz Wichtiges wegbricht?

Beispiele dafür kennst du auch: Von einem Tag auf den anderen erfährst du, dass du z.B. deinen Arbeitsplatz verlierst, in deiner Beziehung sich etwas verändert, deine Wohnung gekündet wird …. Unerwartet stehst du vor einer ganz neuen Situation und fragst dich: «Ja, was soll ich denn jetzt machen? Wie gehe ich damit um?»

Spontane Reaktionen auf einen Schock - der "Fight-or-flight-reflex"

Wir reagieren ganz unterschiedlich auf solche Verluste, Enttäuschungen und Ängste. Es kann sein, dass du versuchst, dich dagegenzustemmen. Du versuchst, das Problem zu "besiegen". Oder du versuchst, auszuweichen und das Problem zu vermeiden. Mitunter passiert es auch - gerade im ersten Moment - das du erstarrst und es gar nicht richtig wahrnehmen kannst.

Das sind die 3 klassischen Erstreaktionen:

  • Kampf (Fight)
  • Flucht (Flight)
  • Erstarrung (Freeze)

Dabei kann es auf Dauer natürlich nicht bleiben. Irgendwann musst du dich wieder «einkriegen» und anfangen, bewusst zu steuern.

Reflektiere doch einmal kurz für dich: Was ist deine bevorzugte Erstreaktion, wenn du mit einer plötzlichen Veränderung konfrontiert bist?

Versuchst du dann den Kopf in Sand zu stecken, so nach dem Motto es wird schon vorbeigehen? Oder versuchst du dich, dagegen zu wehren? Irgendwie auszuweichen?

Wie das Medizinrad dir hilft, deine Reaktionen zu verstehen und zu steuern

Schauen wir uns doch einmal die Dynamik im Medizinrad an. Wie kannst du das Steuer in der Hand behalten, sodass am Ende für dich auch etwas gutes Neues entstehen kann?

4 Schilde im Medizinrad

Wenn dich eine solche Veränderung trifft, reagierst du mit allen deinen «Vier Schilden», allen 4 Aspekten deiner Persönlichkeit im Medizinrad. Du durchwanderst sie in deinem Reaktionsprozess:

  • Südschild: Emotionen kochen hoch
  • Westschild: Reflexion, Einordnung in frühere Erfahrungen (Was heisst das jetzt? Wie bin ich früher damit umgegangen?)
  • Nordschild: Der Verstand schaltet sich ein und ordnet die Emotionen, Erfahrungen und Ideen (Was habe ich für Möglichkeiten?)
  • Ostschild: Inspiration und Erneuerung erwächst aus der Erfahrung der anderen 3 Schilde (Welche neue Vision, Vorstellung kann ich entwickeln?)

Wir alle haben unsere bevorzugten Muster. Diese spontane Erstreaktion bringt uns der Lösung meistens nicht näher. Im Gegenteil: Wenn du darin stecken bleibst besteht die Gefahr, dass sich etwas Unerfreuliches manifestiert und du dann keinen Ausweg mehr siehst. Du verlierst die Handlungsfähigkeit und wirst zum Opfer des Geschehens.

Ein Beispiel für ein solches Reaktionsmuster: dein Arbeitsplatz

Irgendwann hast du einmal dort angefangen, dich eigearbeitet, wurdest immer besser darin und hast immer bessere Ergebnisse erzielt. So wurdest du zu einer anerkannten Mitarbeiterin, einem anerkannten Mitarbeiter. Du hast dich sicher gefühlt und dich darauf verlassen, dass das so bleibt.

Nehmen wir nun einmal an, in deiner Firma wird umstrukturiert und du verlierst deinen Arbeitsplatz.

Reaktionsmuster im Medizinrad:

  • Süden: Schock, emotionale Reaktion, Verleugnung, Rückzug ...
  • Westen: Reflexion - Vielleicht fallen dir jetzt Dinge ein, die schon länger nicht mehr so gut waren. Du denkst an frühere Situationen, in denen du dich neu orientieren musstest, z.B. eine frühere Stellensuche. Du aktivierst deine Erfahrungen aus dieser Zeit.
  • Norden: Der Verstand hilft dir, die Dinge einzuordnen, mit deinen Emotionen und Ängsten umzugehen. So kannst du dir z.B. absichtsvoll schöne Erlebnisse organisieren, dir Gutes tun, gleichzeitig konkrete Strategien entwickeln und in die Handlung kommen.
  • Osten: So langsam wendet sich dein Blick aus der Vergangenheit einer neuen Zukunft zu. Du nimmst auch die belebende und spannende Energie des Neubeginns wahr. Neue Möglichkeiten werden vorstellbar und nehmen Gestalt an.

So erfährst du Trost und Unterstützung im Medizinrad. Das Wichtigste ist ja immer, Klarheit zu finden. Lies dazu mehr im Blogartikel: Orientierung finden mit dem Medizinrad

Medizinrad Quest

Stelle jetzt die Weichen für die nächsten Jahre deines Lebens

Nutze die Chance, alte Geschichten zu beenden und frei zu werden, um neue zu schreiben - auch wenn es bislang nie geklappt hat!

Fazit: Du kannst dich gegen Veränderungen nicht verwehren. Auf Dauer hilft weder kämpfen, noch fliehen, noch sich totstellen. Stattdessen kannst du dich dem Prozess hingeben. Zwischen Navigieren und Driften findest du deinen Weg ins Neue.

Das ist wie bei einer Geburt: Wenn sie einmal angefangen hat, geht es nicht mehr zurück. Und je mehr du dich wehrst, umso schmerzhafter wird es. Wenn du dich den Geburtswehen «hingibst», wird es leichter und du kannst etwas Neues zur Welt bringen.

Dafür wünsche ich dir die unbändige Lebenskraft des Ostens, die nach dem Winter wieder frisches Grün austreiben lässt, die schönsten Blüten hervorbringt und so die Ernte im Herbst erst möglich macht.

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