Meine Reise zum Andinen Schamanismus
... und zu einer noch lebendigen schamanischen Tradition
Nach mehr als 20 Jahren schamanischer Praxis ist für mich klar: Schamanismus ist absolut logisch. Für mich ist diese Weltsicht total nachvollziehbar. Allerdings hatte ich wenig Möglichkeiten, dieses Wissen im Alltag zu erleben. Natürlich habe ich selbst praktiziert. Aber die Erfahrung einer lebendigen Tradition war für mich hier in Mitteleuropa kaum möglich.
Schamanismus stammt aus der "Kinderstube" der Menschheit
Der Schamanismus hat seinen Ursprung in der frühen Geschichte der Menschheit. Auf der ganzen Welt finden wir Formen von spirituellem Urwissen, die miteinander verbunden sind. Diese Gemeinsamkeiten bilden eine Art Schnittmenge der verschiedenen schamanischen Traditionen, die nach Michael Harner, einem amerikanischen Anthropologen, als "Core (Kern)" bezeichnet wird. Daraus leitet sich der in der westlichen Welt zumeist unterrichtete "Core-Shamanism" ab. Dieser ist also keiner konkreten Linie zuzuordnen, sondern basiert auf den Gemeinsamkeiten.
Dieses gemeinsame Wissen wirkt wie ein feines Netz, das die Kulturen miteinander verknüpft und eine natürliche Beziehung zur Erde, den Elementen und der kosmischen Energie beinhaltet. In unserer westlichen Welt ist es jedoch kaum noch als lebendiger Teil unseres Alltags erkennbar. Viele ursprüngliche Zeremonien und Praktiken wurden im Laufe der Zeit christlich umgedeutet oder gänzlich aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt.
Manches, was in anderen Kulturen immer noch als ganz normal und natürlich angesehen wird, wirkt bei uns mitunter schon esoterisch, z.B. ein tiefes Verständnis für die Einheit allen Lebens, sowie:
- Eine selbstverständliche Verbindung zu Mutter Erde als lebendiges Wesen
- Die Kommunikation mit der Natur, den Bergen, Gewässern, Tieren etc. als "Bewohner" in dieser Welt
- Das Wissen um die lebendigen Energien und die Möglichkeit, mit ihnen zu arbeiten
Der Theologe und Tiefenökologe Thomas Berry schreibt, dass wir "vom Universum sagen müssen, dass es eine Gemeinschaft von Subjekten ist, nicht eine Ansammlung von Objekten."
Magazin Tagesanzeiger 10.2025, S. 24
Und dann führte mich das Leben unerwartete in die Anden nach Peru
Meine persönliche Suche und Neugier haben mich an verschiedene faszinierende Orte geführt – von den weiten Steppen der Mongolei, zum nordischen Weltenbaum Yggdrasil, in den Kreis der keltischen Jahresfeste ...
Doch was ich in den Anden Perus erfahren durfte, hat mich auf einer tieferen Ebene berührt als alles andere: Es war bei aller Fremdheit der Kultur und Landschaft ein inneres Heimkommen.
Anders - und doch vertraut
Ich fand immer wieder Anknüpfungspunkte zu unserer europäischen Tradition, zum Beispiel im Medizinrad. Die Sonnenfeste und die vier heiligen Richtungen bilden auch im Andinen Schamanismus eine Basis für den Jahresrhythmus. Natürlich sind die Zyklen von Neubeginn, Wachstum, Reife, Ernte und Ruhe sind dort auf der Südhalbkugel zu anderen Zeiten. Aber sie werden ebenso gefeiert und sind in ihrer Naturverbundenheit sehr ähnlich zu unseren keltischen Jahresfesten.
Das zeigt: überall auf der Welt können Menschen gleichen natürlichen Zyklen wahrnehmen und feiern sie auch.
Bodenständigkeit, Alltagsspiritualität, Einfachheit
Was ich besonders an der andinen Tradition liebe, ist ihre Bodenständigkeit und Alltagstauglichkeit: Ein kurzes Dankesritual am Morgen, die bewusste Verbindung mit dem Wasser beim Händewaschen oder das Wahrnehmen der Elemente beim Spaziergang. Die Einfachheit ermöglicht es, tiefgehende Weisheit auf natürliche Weise in den Alltag zu integrieren, ohne dass es künstlich oder aufgesetzt wirkt. Dazu gehört die bewusste Verbindung mit den Kräften von Mutter Erde und Vater Kosmos sowie den Wesen, die mit uns diese Welt bewohnen.
Die Regenbogenlinie von Chinchero, Peru - Eine Geschichte der Einheit
Mein Lehrer in Chinchero bei Cusco erzählte mir eine Geschichte, die mich tief berührt hat: Die verschiedenen spirituellen Traditionen der Welt seien wie die Farben des Regenbogens. Jede Farbe ist einzigartig und hat ihre eigene Schönheit und Bedeutung. Doch erst zusammen bilden sie den vollständigen Regenbogen – ein Symbol vollkommener Harmonie und Einheit. Wie meistens gibt es dazu auch eine Legende, wie diese "Sieben Strahlen" in die Welt kamen. Ich liebe Geschichten 🙂
Für mich bedeutet diese Erzählung die Gleichwertigkeit der verschiedenen Traditionen und Überlieferungen. Jede hat ihren Platz und ihre Berechtigung.
Die andine Lehre betont, dass wir als Menschen Teil einer größeren Familie sind – einer irdischen und kosmischen Gemeinschaft, in der Zusammenwirken und gegenseitiger Respekt entscheidend sind.
Es bedeutet auch: Wir können mit Menschen unterschiedlicher Tradition in Zeremonie sein - ob wir nun meditierend vor einem Buddha sitzen, betend vor einem christlichen Altar oder mit unserer Mesa (dem andinen Medizinbündel) arbeiten - wir sind verbunden.
Die Mesa, mein persönlicher Altar und Kraftort
In meiner andinen Praxis arbeite ich mit der Mesa - einer Art Medizinbündel. Sie ist weit mehr, als eine Sammlung besonderer Kraftgegenstände, die in einem Tuch eingeschlagen sind.
Sie ist ein Mikrokosmos, der dich mit dem Makrokosmos verbindet! In ihr verankerst du Energien, mit denen du dich jederzeit verbinden kannst, wie:
- Mächtige Apus (Bergwesen) als Verkörperung der männlichen Energie
- Ñustas (weibliche Naturkräfte), die oft in Gewässern zu finden sind
- Verbindungen zu den Elementen, kosmischen Kräften und Ahnen
- Weiteren unterstützende Energien, die du in der Mesa verankern kannst
Eine Mesa wird zu einem persönlichen Kraftort, den du überallhin mitnehmen kannst. Mit ihr bist du nie allein, sondern kannst dich immer und überall mit unterstützenden Kräften verbinden. Die Mesa ist auch ein praktisches Werkzeug für Wachstum, Heilung und Transformation.
Willst du selbst einmal Erfahrungen mit Andinem Schamanismus machen?
Möchtest du selbst erfahren, was den Andinen Schamanismus so besonders macht?
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Wenn du nichts Passendes entdeckst, dann melde dich einfach bei mir und ich schlage dir etwas vor, wie du einmal "schnuppern" oder dich vertiefen kannst.
Finde deinen eigenen Weg (meiner führte in die Anden)
Der Weg zum Andinen Schamanismus war für mich eine persönliche Entdeckungsreise. Was mich letztendlich überzeugt hat, war nicht nur das immense Wissen, sondern vor allem das Gefühl der Verbundenheit und die praktische Anwendbarkeit im Alltag.
Ich glaube, dass jeder Mensch seinen eigenen spirituellen Weg finden muss. Für mich ist es dieser. Für dich kann es etwas anderes sein. Entscheidend ist nur, dass es dir hilft, dich mit dir selbst, der Natur und dem großen Ganzen zu verbinden.
Übung zur Transformation emotionaler Prozesse durch den Atem
Dein Atem kommt vom Element Luft. Dieses Element kommt von Mutter Erde. Mutter Erde schwingt immer in hoher, leichter Frequenz. Deshalb kannst du mit ihrer Hilfe schwere Energien wandeln.
Wenn du dich von starken Emotionen überwältigt fühlst, nimm dir einen Augenblick Zeit, um innezuhalten und deinen Atem wahrzunehmen. Wenn wir angespannt sind, verflacht sich oft der Atem. Nimm deshalb zu Beginn drei tiefe Atemzüge. Dann gehe in die Übung.
- Einatmen: Nimm einen tiefen Atemzug durch die Nase. Stelle dir dabei vor, dass du mit dem Atem Kraft von Mutter Erde in dich aufnimmst. Spüre, wie die frische, leichte Energie dich erfüllt.
- Anhalten: Während du den Atem hältst, stellst du dir vor, wie die frisch eingeatmete Luft und die Energie von Mutter Erde alles Schwere in dir in Leichtigkeit transformieren.
- Ausatmen: Mit dem Ausatmen sendest du die gewandelte, nunmehr hochfrequente, leichte Energie als Liebe und Leichtigkeit in die Welt hinaus.
Deinen Atem hast du immer präsent. Das heisst, du kannst diese Übung immer und überall ausführen. So wird dein Atem zu einem kraftvollen Werkzeug, das dir hilft, in einen Zustand des inneren Gleichgewichts zurückzukehren. Nimm wahr, wie sich Erleichterung und die Liebe – ein Geschenk von Mutter Erde – in dir jetzt anfühlen.
